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Sächsische Zeitung

Fahrendes Musikvolk

24. März 2017

Tief an die indischen Wurzeln der Musik der Roma gehen die Dresdner Sinfoniker.

Seit jeher löst das sogenannte fahrende Volk die unterschiedlichsten Reaktionen aus. Von Neid, Angst, Bewunderung und Abscheu wird die volle Bandbreite an Emotionen entfacht. Dann und wann ertappt man sich eines lauen Sommerabends in der Zivilisation schon mal beim Tagträumen – und der Vorstellung, sein Leben völlig losgelöst von allem, im hart-holpernden Planwagen zu verbringen, dessen Gespann sich nicht sonderlich schert um Staatsgrenzen, Sprachen oder sonstige Barrieren. Ein ähnliches Gefühl muss den deutsch-türkisch-armenisch-stämmigen Musiker Marc Sinan beschlichen haben. Jemandem mit nicht eindeutigen Wurzeln gehen solcherlei Gedanken manchmal besonders nah.

„Beim Projekt ,I EXIST’ geht es ganz klar um Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit, es geht um Stigmatisierung, um Lebenskraft, es geht um die Schönheit von Kultur, die unter allen Umständen entstehen kann oder unter keinen Umständen möglich ist“, so Sinan im Interview mit der Welt-Kultur-Stiftung des Bundes. Und so geht es Sinan, gemeinsam mit der Musikerin Iva Bittová, dem Künstler-Duo Delaine & Damian Le Bas sowie den Dresdner Sinfonikern nicht nur um die mythischen Ursprünge der Roma in Rajasthan/Indien, sondern eben auch um die eigenen Wurzeln.

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