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Neue Musikzeitung

Sonderpreis der Deutschen UNESCO Kommission für Marc Sinan

13. Juli 2011

Mit einem Sonderpreis im Rahmen des YEAH! Young EARopean Award ehrt die Deutsche UNESCO-Kommission den türkisch-armenischen Musiker Marc Sinan und die Dresdner Sinfoniker für die Konzertinstallation „Hasretim – eine anatolische Reise“. Live zu erleben ist das Projekt am 30. und 31. Juli beim Schleswig-Holstein Musik Festival in Hamburg und Kiel.

Angetrieben von einer großen Sehnsucht („Hasret“) nach seinen kulturellen Wurzeln machte sich der Gitarrist Marc Sinan, Sohn einer türkisch-armenischen Mutter und eines deutschen Vaters, gemeinsam mit Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, in den Nordosten der Türkei auf um sich von den Einheimischen ihre Gesänge und Tänze zeigen zu lassen. Sie sammelten musikalische Dokumente einer anderen Gegenwart: Archaische Melodien erzählen von Gefühlen und Leiden, vom Lieben und Trauern der Menschen in der weiten, ungestümen Landschaft an der Grenze Armeniens.

„Wir finden Musiker, heben Schätze – jeden Tag. Ohne Ausnahme erleben wir besondere und berührende Begegnungen“, berichtete Marc Sinan von seiner kulturellen Spurensuche. Die Videodokumente der Volksmusiker hat er mit zeitgenössischer Musik von ungemeiner Kraft verwoben – das Resultat der kostbaren persönlichen Begegnungen mit den Menschen und Musikern Anatoliens. Mit eindrücklicher Kraft bewegt sich die Konzertinstallation „Hasretim – Eine anatolische Reise“ zwischen den originalen Film- und Tonaufnahmen, die als Videoprojektion zu sehen sind, und der Live-Musik des Ensembles, das aus dem Solistenensemble der Dresdner Sinfoniker sowie türkischen und armenischen Musikern besteht. Der italienische Komponist und Dirigent Andrea Molino dirigiert das multikulturelle Orchester. Das Ergebnis von „Hasretim – eine anatolische Reise“ ist eine Symbiose von Anatolien und Deutschland, von Klassik und Volksmusik, von historischen Klängen und Zukunftsmusik. Neben Kontrabass, Fagott und Cello erklingen die Flöte Kaval, die Fiedel Kemençe, die Lauten Ud und Saz, die Trommel Darbuka, die Flöte Duduk und das Oboeninstrument Zurna.

Eine inspirierende, experimentell geführte Auseinandersetzung zwischen den Kulturen – genau das ist die Botschaft dieser einzigartigen Konzertcollage, die nicht nur die Wettbewerbsjury des 1. YEAH! Young EARopean Award überzeugte. Die Deutsche UNESCO-Kommission zeichnet „Hasretim“ mit einem Sonderpreis aus, der auf den besonderen interkulturellen Horizont des Projektes abhebt. Die Auszeichnung für „Hasretim“ wird bei der Verleihung des YEAH! Award am 19. November 2011 im Schloss Osnabrück durch Christine M. Merkel, Leiterin des Fachbereichs Kultur der Deutschen UNESCO-Kommission, überreicht.

In diesem Sommer ist „Hasretim – eine anatolische Reise“ live beim Schleswig-Holstein Musikfestival zu erleben: Am 30. Juli in Hamburg (Kampnagel) und am 31. Juli in Kiel (Schloss).

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