ROBOTER.SINFONIE

ROBOTER.SINFONIE

Seit einem Vierteljahrhundert realisieren die Dresdner Sinfoniker innovative zeitgenössische Musik auf höchstem künstlerischem Niveau. Bei der ROBOTER.SINFONIE, ihrem Jubiläumskonzert, übernimmt jetzt ein von einem Dirigenten trainierter Industrieroboter die Führung. In Zusammenarbeit mit der TU Dresden lernt der Roboter, wie Takte geschlagen und Dynamiken angezeigt werden können. Seine Bewegungen werden im Play-back-Verfahren direkt auf die Maschine übertragen.

Zwei eigens für das Jubiläumskonzert komponierte Stücke verbinden traditionelles Dirigieren (Uraufführung eines Werks von Markus Lehmann-Horn) mit dem futuristischen Experiment des Dirigierens durch einen mehrarmigen Industrieroboter (Uraufführung eines Werks von Andreas Gundlach). Letzteres nutzt alle Möglichkeiten des maschinellen Dirigats, insbesondere die rhythmisch-motorischen Fähigkeiten des Roboter-Dirigenten. Die drei Arme der Maschine können beispielsweise unabhängig voneinander das dreigeteilte Orchester sicher durch gegenläufig beschleunigende und abbremsende Passagen leiten, um sie schließlich punktgenau zu einem Tempo zusammenführen.

Wie reagiert ein Orchester, das gewohnt ist, subtilste Bewegungen und Gesten seines Leiters oder seiner Leiterin in Musik umzusetzen? Wo bleiben Interpretation und Charisma? Entsteht womöglich ein neuer musikalischer Ausdruck als Ergebnis der Zusammenarbeit? Und werden Komponist*innen in Zukunft neue Wege einschlagen, wenn sie ein komplexes Roboter-Dirigat nutzen können? Das Projekt ROBOTER.SINFONIE beleuchtet das vielschichtige Verhältnis von Kunst und Technologie.

Die Musiker*innen der Dresdner Sinfoniker werden gemeinsam mit dem Roboter Musik als ein hybrides, künstlerisch-maschinelles Produkt „herstellen“. Wie sie das genau machen, kann das Publikum auf einer großen Leinwand über dem Orchester sehen. In Nahaufnahmen werden die Bewegungen des Roboters dargestellt. Wechselnde Einstellungen fangen auch die Musiker*innen mit ihren Reaktionen auf die Maschine ein. Denn es geht um genau diesen Moment des Begegnens, in dem vielleicht eine Synthese von maschineller Präzision und menschlicher Kreativität entsteht.

Wir freuen uns, wenn Sie uns bei diesem Experiment zur Feier unseres Jubiläums begleiten!

Eine Produktion der Dresdner Sinfoniker in Kooperation mit der TU Dresden und HellerauEuropäisches Zentrum der Künste, sowie Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die Stadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz und die Stiftung Kunst und Musik für Dresden.

Termine

12. Oktober 2024  | 20 Uhr | Dresden
Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Jubiläumskonzert zum 25. Geburtstag der Dresdner Sinfoniker

13. Oktober 2024  | 15 Uhr | Dresden
Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Jubiläumskonzert zum 25. Geburtstag der Dresdner Sinfoniker

Programm

Markus Lehmann-Horn (*1977):
Uraufführung eines Werkes für 16 Blechblasinstrumente und Schlagwerk
Konstantia Gourzi (*1962):
Voyager 2 (op. 97, 2022) für 8 Hörner
Wieland Reißmann (*1968):
Colours of Seikilos für 8 Hörner, 4 Trompeten und 4 Tubas
Samuel Conlon Nancarrow (1912–1997):
Canon X (Bearbeitung Wieland Reissmann)
Andreas Gundlach (*1975):
ROBOTER.SINFONIE, Uraufführung für 16 Blechblasinstrumente und Schlagwerk

Leitung: Michael Helmrath, MAiRA Pro S (Industrieroboter)

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Ausgabe 4/2015

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