
Europasinfonie
Im Juni 2027 wird in Dresden Musikgeschichte geschrieben: Erstmals überhaupt musizieren Orchestermusikerinnen und -musiker aus zwölf europäischen Ländern in Echtzeit gemeinsam – obwohl sie bis zu 2.200 Kilometer voneinander entfernt sind. Die Dresdner Sinfoniker präsentieren mit der „Europasinfonie“ ein technologisch und künstlerisch bahnbrechendes Projekt, das zeigt, wie digitale Innovation klassische Musik revolutionieren kann.
Live-Musik ohne Grenzen
Das Konzept: 62 Streicherinnen und Streicher der Dresdner Sinfoniker spielen unter der musikalischen Leitung von Andrea Molino auf der eigens geschaffenen Bühne in der HALLE 1 der MESSE DRESDEN. Gleichzeitig musizieren Bläser, Schlagzeuger und zwei Chöre aus elf weiteren europäischen Musikmetropolen – von Athen bis Madrid, von Brüssel bis Mailand – live in ihren Heimatstädten mit. Über superschnelle Internetverbindungen werden ihre Videos und vor allem ihr Klang nach Dresden übertragen. Dort werden die Musikerinnen und Musiker lebensgroß projiziert und fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Das Publikum erlebt ein vollständiges Sinfonieorchester mit Chor – optisch und akustisch vereint.
Technologischer Durchbruch macht’s möglich
Jahrelange Entwicklungsarbeit der Dresdner Sinfoniker zusammen mit Prof. Alexander Carôt von der Hochschule Anhalt sowie eine Kooperation mit dem pan-europäischen Wissenschafts- und Forschungsnetzverbund (GÉANT) schaffen die Grundlagen für diese Innovation. Die Herausforderung: Die Signalverzögerung (Latenz) musste auf ein Minimum reduziert werden – nur so können Musiker über große Distanzen synchron zusammenspielen. Dieses Ziel wurde erreicht. Für die Umsetzung kooperiert die Europasinfonie mit dem tschechischen Forschungsverbund CESNET.
CESNET hat in Zusammenarbeit mit DISK Systems die MVTP-Technologie (Modular Video Transmission Platform) für audiovisuelle Übertragungen mit extrem geringer Latenz entwickelt, die auf feldprogrammierbaren Gate-Arrays (FPGAs) basiert. Im Rahmen der Europasinfonie wird die MVTP-Technologie optimiert und skaliert, und zum ersten Mal in dieser Größenordnung eingesetzt: Musiker in zwölf europäischen Ländern werden in Echtzeit miteinander verbunden, und treten live gemeinsam auf, obwohl sie mehrere Hunderte oder gar Tausende von Kilometern trennen.
Für die Netzwerkverbindung am Hauptveranstaltungsort in Dresden kooperieren die Dresdner Sinfoniker mit wichtigen Partnern vor Ort: IBH connect überbrückt die sogenannte „Letzte Meile“ zwischen der MESSE DRESDEN und der TU Dresden, die den Zugangsknoten zum Deutschen Forschungsnetzwerk für das Projekt bereitstellt.
Ein europäisches Netzwerk für Wissenstransfer und Zusammenarbeit
Die Europasinfonie ist mehr als ein einmaliges Konzert. Geplant ist der Aufbau einer digitalen Plattform mit permanenten „Remote Studios“ in ganz Europa. Musikerinnen und Musiker, Orchester und Komponistinnen können dann grenzüberschreitend proben, aufnehmen und produzieren – ohne Reiseaufwand, umweltschonend und offen für experimentelle Projekte, die im klassischen Konzertbetrieb kaum Chancen hätten.
Kompositionswettbewerb
Im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs sind europäische Komponistinnen und Komponisten dazu eingeladen, speziell für dieses innovative Format zu schreiben und die Möglichkeiten des digitalen Settings kreativ zu nutzen. Die drei Gewinner werden von einer hochkarätigen, internationalen Jury am 30. September 2026 in einer europaweiten Pressekonferenz bekanntgegeben.
Ein europäisches Zeichen
Das Projekt Europasinfonie ist ein Beispiel für konkret praktizierte europäische Zusammenarbeit und versteht sich als Aufruf zum kontinuierlichen Dialog zwischen allen Europäern, nicht nur auf künstlerischem Gebiet.
Europasinfonie wird von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
Die Dresdner Sinfoniker werden gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und von der Landeshauptstadt Dresden durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz. Sie werden mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Konzerttermin
Juni 2027 | Dresden
MESSE DRESDEN
HALLE 1
Künstlerische Partner
- Dresdner Sinfoniker (Deutschland) – Streichorchester
- Athens State Orchestra (Griechenland) – Klarinetten
- tbc (UK) – Klavier/Celesta & Harfe
- Brussels Philharmonic (Belgien) – Schlagzeug
- Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn (Tschechische Republik) – Chor
- Estnisches Nationalsinfonieorchester (Estland) – Tuba & Posaunen
- Mozarteum Salzburg (Österreich) – Chor
- No Borders Orchestra (Serbien) – Trompeten
- Orchestra Sinfonica di Milano (Italien) – Flöten
- Orquesta Sinfónica de Madrid (Spanien) – Fagotte
- Pannon Philharmonic (Ungarn) – Hörner
- Sinfonia Varsovia (Polen) – Oboen
Musikalische Leitung
- Andrea Molino
Kooperationen
- MESSE DRESDEN
- PxB Studios GmbH, Berlin
- CESNET / DISK Systems, Prag
- IBH connect GmbH, Dresden
- GÉANT
- Deutsches Forschungsnetzwerk
- TU Dresden
- Claudio Allocchio

























